Afternoon Tea: Auf die feine englische Art

Afternoon Tea in England

Nichts ist so “very british” wie der Afternoon Tea, der in England traditionell um 17.00 Uhr serviert wird. An der englischen Liebe zum östlichen Aufgussgetränk konnte auch der Siegeszug der amerikanischen Kaffeehaus-Ketten nichts ändern, die mittlerweile in jeder Kleinstadt vertreten sind und Konkurrenz von britischen Eigengewächsen wie Costa und Nero bekommen haben.

Während die Kaffeehäuser vor allem von jungen Menschen frequentiert werden oder zur Pause beim Stadtbummel genutzt werden, gilt in den eigenen vier Wänden noch immer die Tasse Tee, liebevoll und ganz simpel als “a cuppa” bezeichnet, als das wichtigste Getränk, das von morgens bis spätabends genossen wird.  Schicksalsschläge, Naturkatastrophen, Pleiten: Zunächst mal eine Tasse Tee trinken, my dear, dann sieht die Welt schon wieder besser aus.

Der traditionelle Afternoon Tea

Beim traditionellen englischen Afternoon Tea ist es natürlich nicht mit einem Teebeutel in der Tasse getan. Dabei handelt es sich um ein Ritual das noch am ehesten mit dem deutschen Hang zu Kaffee und Kuchen um vier zu vergleichen ist. Am schönsten lässt es sich in den großen traditionsreichen Hotels von London zelebrieren, zum Beispiel im “Palm Court” des Ritz Hotels am Piccadilly oder im frisch renovierten Savoy Hotel am Strand. Im top-modisch gestylten Caramel Room des Berkeley gaben sich in den letzten Jahren Stars von Madonna bis David Beckham ein Stelldichein. Auch das luxuriöse Kaufhaus Fortnum & Mason ist für seine Afternoon Teas berühmt.

Dabei wird neben einem Tee nach Wunsch noch eine Vielzahl an köstlichem Gebäck serviert, allen voran die traditionellen Scones, die selbstverständlich ganz frisch und noch warm aus dem Ofen auf den Tisch kommen (und auch nur dann wirklich gut schmecken). Sie werden mit “Clotted Cream”, einer dickeren Variante der Schlagsahne, und frischer Erdbeermarmelade gegessen. Auch die typisch englischen “Gurken Sandwiches” gehören dazu – dreieckige Toastscheiben, von denen die Kruste abgeschnitten wurde und die mit dünnen Gurkenscheiben belegt sind. Selbsverständlich sind auch noch andere Sandwiches dabei, zum Beispiel mit schottischem Räucherlachs belegt oder mit Roastbeef. Süße Leckereien wie Pastries und Eclairs runden das Angebot ab.

Geht der Afternoon Tea auch billiger?

Selbstverständlich hat der Afternoon Tea in den Luxushotels von London seinen Preis: Etwa 50 Euro muss man schon für das Erlebnis planen – pro Person versteht sich. Günstiger geht es sowohl in London selbst als auch auf dem Land – dort wo der Afternoon Tea in den Landhäusern des Adels seinen Ursprung erlebte. Wer einmal selbst in einem Palast Tee trinken will, kann dies in der “Orangery” des Kensington Palace tun, dem ehemaligen Heim von Lady Diana. Trotz der edlen Adresse kostet der Afternoon Tea in diesem öffentlichen Lokal nur die Hälfte des Preises, den Ritz, Savoy & Co. verlangen. Auch das bekannte Kaufhaus Harvey Nichols im noblen Sloane Square von Chelsea ist eine gute Adresse für überraschend günstigen Afternoon Tea.

Und was ist High Tea?

Manche Hotels und Teehäuser werben – fälschlich – mit “High Tea”. Dieser Begriff hat jedoch eigentlich nichts mit dem klassischen Afternoon Tea der Oberschicht zu tun, sondern bezeichnet das Abendessen der Working Class, das traditionell ebenfalls schon gegen 17.00 Uhr nach der Arbeit eingenommen wurde. Dabei kommen jedoch statt winziger Sandwiches deftig-kräftige Mahlzeiten wie Nierenpastete oder gebackene Bohnen auf den Tisch.
©Fotolia – Leung Chopan

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