Ein Musical-Besuch am Broadway: So machen Sie alles richtig

Broadway-Musicals am Times SquareFür New York Touristen gehört der Besuch eines Broadway-Musicals zum Tourprogramm wie die Bootsfahrt zur Freiheitsstatue oder die Fahrt auf den Turm des Empire State Buildings. Seit über 100 Jahren ist der Theater District rund um den Times Square das Zentrum des New Yorker Entertainments und lockt noch heute jährlich hunderttausende Besucher in die vielen Musicaltheater und Schauspielhäuser. Wo einst Legenden wie Judy Garland, Fred Astaire und Gene Kelly spielten, sangen und tanzten, drängen heute Hollywoodstars wie Julia Roberts, Daniel Craig und Robin Williams auf die Bühne um sich als ernsthafte Schauspieler zu beweisen, und ehemalige Musicalstars wie Hugh Jackman, die heute zu Hollywoods A-Liste gehören, kehren mit Soloprogrammen zu ihren Wurzeln zurück. Der Broadway hat dabei jedoch nie still gestanden – das Genre “Musical” hat sich stets weiterentwickelt und heute spielen Revivals von Uralt-Klassikern wie Cole Porters “Anything Goes” (aktuell im Stephen Sondheim Theatre, 43rd Street) gleich neben bunten Comic-Adaptionen wie “Spiderman” (Foxwoods Theatre, 42nd Street) und Punkrock wie der Bühnenversion des preisgekrönten Albums “American Idiot” von Green Day (derzeit auf USA-Tournee). Neben leichtverdaulicher Familienkost wie Disneys Dauerbrenner “König der Löwen” (aktuell im Minskoff Theatre, 45th Street) schaffen es immer wieder anspruchsvolle kleine Werke wie eine musikalisierte Fassung von Frank Wedekinds Drama “Frühlingserwachen” an den Broadway, oder das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete “Next to Normal”.

Ticketkauf richtig gemacht

Beim Ticketkauf sollten zunächst einige Regeln beherzigt werden: Will man einfach nur einmal am Broadway ein Musical besuchen um einen Punkt auf der Liste der touristischen Highlights von New York abzuhaken? Soll es eine bestimmte Show sein? Wenn ja, muss es der aktuelle Hit der Saison sein?

Den Hit der Saison sehen

Es ist zwar selten, aber es kommt vor: Ein Stück entwickelt sich zum Mega-Hit und die Karten gehen weg wie warme Semmeln. Ein solcher Fall ist aktuell die bissige Musicalsatire “The Book of Mormon” der South Park-Autoren Trey Parker und Matt Stone, die nicht nur den Mormonenkult in den USA auf die Schippe nehmen, sondern Religion im allgemeinen – so unflätig und frech, wie man es aus South Park kennt. Bei den New Yorkern schlug “The Book of Mormon” ein wie eine Bombe und Tickets sind trotz eines Durchschnittspreises von $170 auf Wochen im Voraus vergriffen. Da hilft nur eines: Die New York-Reise mehrere Monate im Voraus planen und Eintrittskarten buchen, sobald die Reisedaten feststehen (oder die Reise gleich um die Eintrittskarten herum planen).

Kurzfristig gibt es höchstens noch die Möglichkeit extrem überteuerte Karten über eine Agentur zu bekommen – oder einen Tag in der Warteschlange für zurückgegebene Karten (Cancellations) und Stehplätze zu verbringen. Die Karten, die bis Vorstellungsbeginn nicht abgeholt werden, werden dann an Wartende weitergegeben. Außerdem werden für jede Vorstellung etwa 20 Stehplätze freigegeben, wenn alle Sitzplätze verkauft wurden.

Eine bestimmte Show sehen

Soll es eine bestimmte Show sein, die man vielleicht schon in Deutschland gesehen hat und nun im englischen Original sehen möchte? Oder für die sich zuhause einfach nicht Gelegenheit zum Ansehen bot? Wer sich einen guten Platz sichern möchte, sollte einige Wochen im Voraus zum vollen Preis buchen. Aber aufgepasst: Die einzigen offiziellen Ticketagenturen für den Broadway sind entweder Telecharge (telecharge.com) oder Ticketmaster (ticketmaster.com)! Beide erheben zwar auch Gebühren für die Ticketbuchung, aber diese Bearbeitungsgebühren (Handling Charges) halten sich im angemessenen Rahmen. Viele andere Vermittler locken über gutgemachte offiziell aussehende Websites zu ihren eigenen Buchungsmaschinen und schlagen saftige Agenturgebühren von $20-30 pro Ticket auf. Playbill bietet einen stets aktuellen Spielplan für den Broadway und verlinkt grundsätzlich nur zu den Ticketseiten von Telecharge und Ticketmaster: www.playbill.com

 

Wer Bedenken hat, in englischer Sprache auf amerikanischen Websites Tickets zu buchen, hat in Heidpark eine zuverlässige deutsche Agentur, die bei der Beschaffung der Broadwaytickets behilflich ist. Allerdings natürlich auch nur für einen saftigen Zuschlag auf die Tickets. www.broadway-musicals.de

Discounts, Halbpreiskarten, Lottery und Rush

Discounts gibt es am Broadway viele. Auf der Seite Broadwaybox.com wird steht’s eine Vielzahl an aktuellen Discountcodes gesammelt, mit denen sich Tickets um bis zu 50% günstiger im Vorverkauf erwerben lassen. Allerdings sind dies selten wirklich gute Plätze. Meistens befinden sich die Sitze an den Seiten des Parketts oder in den Rängen und natürlich sind auch nicht immer alle Shows zum halben Preis zu bekommen.

Wer sich erst spontan vor Ort entscheiden will, geht am besten gleich morgens zum TKTS-Schalter am Times Square (ab 10.00 Uhr), wo Restkarten für den gleichen Tag mit 40% oder 50% Rabatt verkauft werden. Die Schlangen sind jedoch lang; schneller geht es an den TKTS-Schaltern im South Street Seaport und in Brooklyn.

Und wer einfach nur für wenig Geld einmal Broadwayluft schnuppern möchte, kann sein Glück bei der Lottery versuchen, die fast alle Theater 1-2 Stunden vor der Vorstellung anbieten: Dabei wird eine streng limitierte Anzahl Sitze (gewöhnlich die ersten 1-2 Parkettreihen) für nur $20-$30 pro Platz verlost. Ähnlich verhält es sich mit “Rush” Tickets, bei denen zwischen “General Rush” (für alle) und “Student Rush” (nur für Studenten und Schüler mit gültigem Ausweis) unterschieden wird. Sie werden am Tag der Vorstellung für wenig Geld (ca. $30-$37) direkt an der Theaterkasse verkauft.

Vorausbuchbare Kinder- und Schülerermäßigung wie in Deutschland üblich ist, sind in den USA unbekannt.

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 You can leave a response, or trackback.

Leave a Reply