Hoteltipp: The W London

An Hotels ist die britische Hauptstadt sicher nicht arm. Hotellegenden wie das Savoy am Strand, das Ritz am Piccadilly und das Dorchester an der Park Lane genießen Weltruf. Ein neuer Stern am Londoner Hotelhimmel ist das “W” am Leicester Square im Herzen des West Ends, das im letzten Jahr glanzvoll eröffnet wurde und Teil der allgemeinen Neuentwicklung des Leicester Squares darstellt, die zur Olympiade 2012 abgeschlossen sein soll.

Seit vielen Jahrzehnte gilt die Gegend um Leicester Square und Piccadilly Circus als Nervenzentrum des Londoner Nachtlebens – hier befinden sich zahllose Kinos und Theater, Restaurants und Nachtclubs. Dabei war der grüne baumbestandene Leicester Square doch immer eine Oase der Ruhe im Trubel des West Ends und viele befürchten eine langsame Wandlung des Platzes zu einem seelenlosen Kommerzrummelplatz wie dem New Yorker Times Square. Der neue M&M-Megastore, der gleich neben dem W-Hotel eröffnete und sich quasi in dessen Erdgeschoss befindet, ist sicher ein Vorbote einer solchen Wandlung.

Das W-Hotel dagegen kann sich sehen lassen. Es entstand an der Ecke zur Wardour Street, an der sich bis vor einigen Jahren das Swiss Center befand, dessen schweizerisches Glockenspiel eine beliebte Attraktion bei Touristen war. Hier erhebt sich nun die futuristische Fassade des “W” mit seinen weißen, von glitzernden Lämpchen durchsetzten, Wänden. Auch das Innenleben des “W” ist futurisch-extravagant und schon beim Betreten der Lobby fällt so manchem Gast (oder zumindest mir) erstmal die Kinnlade auf die Knie. Das Hotel bietet seinen Gästen eine Spa-Landschaft und ein Fitness-Studio, sowie mehrere Restaurants, darunter das Aushängeschild “Spice Market” mit südostasiatischer Küche und die W Lounge.

Die Inneneinrichtung des neueröffneten Hotels ist gleichermaßen topmodisch gestylt wie unglaublich komfortable. Dies kann zum stolzen Preis von 323 Pfund (ca. 400 Euro) für ein Doppelzimmer (pro Nacht, ohne Frühstück) allerdings auch erwartet werden. Dabei handelt es sich um die einfachste Zimmerkategorie, die ganz bescheiden “Wonderful” genannt wird. Gegen Aufpreis gibt es die Kategorien “Spectacular” und “Fabulous”, sowie unterschiedlichste Suites. Für die “Extreme Wow Suite” dürfen mal eben £4500 pro Nacht hingelegt werden: Dafür gibt es eine 150 Quadratmeter große Suite mit zwei Zimmern und einen Blick auf den Leicester Square durch Fenster, die vom Boden zur Decke reichen.

Aber zurück zum Wonderful Room: Sehr bequeme Betten, die sich “W Signature Beds” nennen und ein modisches Design mit viel Weiß und Gold machen die Übernachtung im “W” zum Vergnügen. Das Badezimmer ist kein echtes Badezimmer, sondern design-technisch mit dem Schlafzimmer verbunden, so dass der Waschtisch quasi mittendrin steht. Das dürfte nicht jedermanns Geschmack sein, doch die “Regenwald-Dusche” macht dafür umso mehr Spass. Die Minibar nennt sich “Munchie Box” und wer Musik hören will, kann den eigenen iPod an eine Docking Station anschließen. Leider gibt es auch im W das übliche Ärgernis der gehobenen Hotels: Lächerlich hohe Gebühren für die Nutzung des Internets. In diesem Fall sollten £16 pro Tag fällig werden – während der Leicester Square selbst eine “Free wifi”-Zone ist. Da lohnt es sich doch viel eher, schnell mit dem Laptop nach draußen zu gehen und die E-Mails auf der Parkbank zu checken.

Fazit: Das futuristische Design des W Hotels und die perfekte Lage am Leicester Square lassen die Übernachtung hier einem Vergnügen werden. 400 Euro pro Nacht sind natürlich kein Pappenstil für ein Doppelzimmer, doch leider lassen sich in London generell kaum gute Hotelzimmer für unter 100-150 Euro pro Nacht finden. Da lohnt es sich dann durchaus für dieses originelle topmoderne Hotel noch ein wenig draufzulegen. Wer kein Fan von pompösem Hotel-Frühstück ist, kann sich das Geld dafür locker sparen, denn im Umkreis von 100 Metern gibt es mit Starbucks, Pret A Manger und Costa die “üblichen Verdächtigen”, die morgens Kaffee, Sandwiches und Muffins zum kleinen Preis anbieten.

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