Jenseits von Rom

Rom im Sommer

Im Sommer ist die Ewige Stadt nicht unbedingt ein Paradies für Besucher: Zu heiß, zu dreckig und zu überfüllt mit Touristen präsentiert sich Rom in den Monaten Juli und August, wenn die Einheimischen längst ans Meer geflüchtet sind. Damit der eigene Rom-Besuch im Sommer nicht in Stress ausartet, sollte das Sightseeing-Programm den Temperaturen angepasst werden: In der prallen Mittagssonne lieber nicht das Forum Romanum oder das Kolosseum erkunden, sondern lieber die schattigen Vatikanischen Museen aufsuchen und öfter mal eine Siesta einlegen, zum Beispiel im weitläufige Park der Villa Borghese oder im Grün der Caracalla Thermen. Noch besser jedoch: Mindestens ein oder zwei Tagesausflüge jenseits der verstopften Großstadt planen. Da hat Rom nämlich eine ganze Menge zu bieten.

Weltkulturerbe Tivoli

In der Hadriansvilla

In den grünen Tiburtini Hügeln verbergen sich zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten: Die Villa Adriana (Hadriansvilla) und die Villa d’Este. Auch das hübsche Städtchen selbst kann sich sehen lassen. Berühmt ist vor allem die verwunschene Villa des römischen Kaisers Hadrian, der sich hier ein Disneyland des 1.Jahrhunderts bauen ließ und viele Stunden in einem kreisrunden Tempelchen auf einer künstlichen Insel verbrachte, den er Teatro Marittimo nannte. Verblüffend sind die Nachbildungen unterschiedlichster antiker Monumente und Statuen. Leider wurde die Hadriansvilla im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geplündert – nicht zuletzt von Kardinal Ippolito d’Este, der im 16.Jahrhundert etliche Kunstschätze in seine eigene nahegelegene Villa d’Este schaffen ließ, die ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel in Tivoli darstellt. Besonders die Wasserspiele im wunderschon angelegten Renaissancepark begeistern Groß und Klein. Weit weniger bekannt, aber genauso schön ist die Villa Gregoriana mit dem 100 Meter hohen Wasserfall im Garten, die Papst Gregor XVI. 1835 erbauen ließ.

Von Rom aus ist Tivoli leicht mit der Metro-Linie B zu erreichen: Von der Haltestelle Ponte Mammolo fahren Busse nach Tivoli, die u.a. an der Haltestelle Villa Adriana halten. Alternativ geht es mit Vorortzügen von den Bahnhöfen Tiburtina oder Termini direkt ins Zentrum von Tivoli. Die Hadriansvilla liegt jedoch gut 3 Kilometer außerhalb.

Ostia Antica – der Welthafen der Antike

Ostia Antica

Im antiken Ostia lag einst der Hafen der Weltmacht Rom, in der tagtäglich zahllose Güter aus dem gesamten römischen Reiche umgeschlagen wurden. Wer enttäuscht in den wenigen übrig gebliebenen Mauerresten des Forum Romanum in der Innenstadt gestanden hat, wird sich darüber freuen, dass die antiken Häuser von Ostia weitaus besser erhalten sind und eine kompakte Einheit bilden. Hier lässt sich das Leben der römischen Hafenstadt noch sehr bildlich vorstellen. Dass Ostia Antica heute mehrere Kilometer landeinwärts liegt, kommt von der Versandung der Küste.
Ostia ist natürlich nicht nur wegen der Ruinen ein interessantes Ausflugsziel, sondern auch wegen des Strandes, der jedoch als Badewanne von Rom gilt. Mit anderen Worten: In den Sommermonaten, insbesondere am Wochenende, ist es hier proppevoll. Dazu kommt das typisch italienische Ärgernis der Stabilimenti, mit denen fast der ganze Strand zugepflastert ist und für die Eintritt bezahlt werden muss. Dafür gibt es immerhin Sonnenliege, Sonnenschirme und etlich mehr.

Nach Ostia geht es mit dem Vorortzug, der an der Stazione Ostiense abfährt. Dorthin gelangt man am besten mit der Metro-Linie B. Wer die Ausgrabungen von Ostia Antica besuchen will, steigt an der gleichnamigen Haltestelle aus. Um an den Strand zu gelangen, sind die beiden Haltestellen Lido Centro und Stella Polare ideal.

Castelli Romani – Wo auch der Papst Urlaub macht

Castelgandolfo

Drittes schönes Ziel für einen Tagesausflug sind die Castelli Romani genannten Dörfer in den Albaner Bergen südlich von Rom. Schon die alten Römer zog es in den heißen Sommermonaten in die grünen Hügel Kampaniens, wo sie sich die herrlichen Weine von Frascati zu Gemüte führten, später folgten die Oberhäupter der katholischen Kirche aus dem Vatikan. Noch heute zieht es den Papst jeden Juli in seinen Sommersitz in Castelgandolfo am Albaner See, wo es sich herrlich spazieren gehen lässt.

Die Regionalbahnlinie FR4 verbindet Rom mit Albano Laziale und Frascati. Wer nach Castelgandolfo will, nimmt ab Frascati den Bus.

©Alle Fotos: Wikimedia Commons

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