Machine Guns Vegas: Schützenfest in Sin City

Sin City für Waffennarren

 

Bei dieser Meldung fühlen sich viele wieder in ihrer Meinung über Amerikaner als waffenvernarrte Verrückte bestätigt: In der Zockermetropole Las Vegas gibt es nun auch einen Schießstand für Waffenliebhaber. An diesem können Gäste nicht nur kleine Handfeuerwaffen ausprobieren, sondern auch schwere Geschütze wie die AK-47 und die Uzi. Und nach getanem Geballere geht es in die Privatlounge zu den “Gun Girls”.

Der ultimative Urlaub für den Macho

Dahinter steht u.a. ein Nachtclub-Eigentümer, der auf den Namen Genghis Cohen hört (Terry Pratchett-Fans wissen Bescheid) und das Projekt Machine Guns Vegas einen knappen Kilometer vom Strip mit seinen Luxushotels und hochpreisigem Entertainment in die Wüste von Nevada stellte. Für den richtigen Schuss Testosteron sorgen neben schweren Waffen auch leichtbekleidete Hostessen, die Munition und Getränke liefern.

Besonders gefragt sind die schweren Waffen, an die Normalsterbliche ansonsten gar nicht rankommen- auch nicht in den USA. Im sogenannten SEAL Team Six-Paket ist zum Beispiel die Benutzung eines M 60-Maschinengewehres mit einbegriffen – die gleiche Waffe, mit der amerikanische Navy SEALs im letzten Jahr Osama bin Laden töteten und die im beliebten Ego-Shooter “Call of Duty” zum Einsatz kommt.

Wer es lieber nostalgisch mag, wählt die “Mob Package”, zu der u.a. die Tommy Gun gehört, die klassische Waffe der amerikanischen Mafiosi.
Auch Frauen und Kinder brauchen nicht darben: Für die Damen gibt es die “Femme Fatale”-Package mit Uzi und Handfeuerwaffe, für Kinder je eine .22′s Pistole und Gewehr – mit Laser. Das große Komplettpaket mit allen möglichen Waffen, Drinks und Zugang zur VIP Lounge mit ihren Gun Girls gibt es für schlappe $699.

Da können Europäer noch so konsterniert den Kopf schütteln – in denUSA ist “Machine Guns Vegas” bereits eingeschlagen und die Presse berichtete so umfassend, dass die Schießstände größtenteils ausverkauft sind.

Las Vegas für Erwachsene

Venedig im Kleinformat

Natürlich lässt sich Las Vegas auch nach wie vor für Erwachsene gut besuchen – und mit “erwachsen” meinen wir nicht die billigen Strip-Lokale jenseits der großen Hotels, sondern die günstigen Preise, mit denen selbst die allerfeinsten Luxusherbergen von Las Vegas Kunden anlocken.

In den 90′er Jahren hatte sich die Stadt der Mafiosi, des Glücksspiels und der Stripclubs bemüht, ihr “Sin City”-Image abzulegen und sich familienfreundlicher zu geben. Hauptwaffe im Kampf um amerikanische Durchschnittsfamilien waren dabei die bunten aufwändig gestalteten Themenhotels, wie das Excalibur in dem Ritterspektakel und mitteralterliche Tafeln aufgefahren wurden, das Treasure Island mit seinen Piratenshows und Caesar’s Palace, das das alte Rom wieder lebendig werden ließ. Auch europäische Städte wurden künstlich nachgebaut: Das Paris Hotel besitzt einen eigenen Eiffelturm und Triumphbogen und im Venetian lässt sich es mit einer motorbetriebenen Gondel durch den Canal Grande von Venedig schippern – O Sole Mio eingeschlossen.

Auch das Entertainment änderte sich: Statt Stripshows gab es nun die fantasievolle Welt des Cirque du Soleil und familientaugliche Musicals wie “Mamma mia” und “Phantom of the Opera”. Dazu wurden für viel Geld Weltstars wie Elton John und Celine Dion verpflichtet, die allabendlich auf den größten Bühnen von Las Vegas auftraten. Das Konzept ging auf und Las Vegas wurde braver. Ein weiterer Entwicklungsschritt war der Bau riesiger Kongresszentren um immer mehr große amerikanische Kongresse und Geschäftsreisende anzulocken, für die wiederum neue elegante Nobelhotels wie das Wynn und das Bellagio gebaut wurden, die auf Luxus statt Kitsch setzten.

Doch mit der großen Finanzkrise in den USA kam nicht nur der Kongresstourismus teilweise zum Erliegen, auch Amerikas Familien fehlte das Geld für Wochenendtrips nach Vegas. Zwar hat sich die Lage für Las Vegas mittlerweile wieder etwas gebessert, doch noch immer können Besucher hier für so wenig Geld wunderbare Luxuszimmer genießen wie sonst nirgendwo.

©Fotos: Wikimedia Commons

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