Odessa: Die Perle der Ukraine

Odessas Oper

Während der Fußball-EM stand die Perle am Schwarzen Meer eher unbeachtet im Schatten der großen ukrainischen Städte Kiew, Lemberg (Lviv) und Donezk, doch unter den Passagieren der vielen Schwarzmeer-Kreuzfahrten gilt Odessa schon lange als schönste Stadt der Ukraine. Dabei ist Odessa jedoch viel zu Schade um nur einige Stunden auf einem Landausflug zu verweilen. Ein ganzes Wochenende Zeit sollte man schon mitbringen um die Stadt wirklich kennenzulernen.

Obwohl in der Region am Schwarzen Meer seit der Antike viele Völker siedelten, ist die Stadt Odessa selbst sehr jung: Katharina die Große war es, die nach der russischen Eroberung des Gebietes 1794 den Befehl gab, einen großen Militärhafen in der Nähe einer alten osmanischen Festung zu erbauen um den Feind von der Südküste des Schwarzen Meeres auf Abstand zu halten. Noch heute erinnert eine Statue im Hafen an die legendäre Zarin des russischen Reiches.

Potemkische Treppe

Das berühmteste Bauwerk Odessas ist eine Treppe: Die sogenannte Potemkinsche Treppe, die von der höher gelegenen Altstadt hinunter zum Hafen führt. Da die 142 Meter lange Treppe unten viel breiter gebaut ist als oben, sieht sie von oben betrachtet auf ihrer ganzen Länge gleich breit aus, während sie von unten betrachtet wesentlich länger wirkt als sie ist. Ein Umstand, den tagtäglich faszinierte Touristen auf ihre Fotoapparate zu bannen versuchen. Die Potemkimsche Treppe geht auf den italienischen Architekten Francesco Boffo zurück, der sie 1837 erbauen ließ. Internationale Berühmtheit erlangte sie 1925 durch den Film “Panzerkreuzer Potemkin”, in dem ein Kinderwagen die Treppe hinunterrollt.

Die vielen prächtigen Wohnhäuser, die die breiten Boulevards von Odessa säumen, wurden in den letzten Jahren aufwändig restauriert und vermitteln heute wieder ein Bild vom Flair der Jahrhundertwende, als sich die russische Elite in ihren Palästen vergnügte und im wunderschönen Opernhaus erstklassigen Aufführungen beiwohnte. Noch heute gehört ein Besuch der Oper oder einer Ballettaufführung bei Odessa Reisen einfach dazu. Besichtigt werden können u.a. der Palais Woronzov und der Palais Kinsky, in dem der britische Premierminister Winston Churchill während der Konferenz von Jalta abstieg. Im Palais Novikov ist heute das Heimatkundemuseum untergebracht und im Gagarin Palais das Literaturmuseum.

In den Katakomben

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die prächtigen orthodoxen Kathedralen und Klöster der Stadt, darunter das schöne Panthelemonkloster und die neu aufgebaute Verklärungskathedrale, deren von Katharina der Großen in Auftrag gegebenes Original 1936 von Stalin gesprengt wurde.

Nichts für Menschen mit Platzangst sind die Katakomben von Odessa, ein labyrinthartiges Tunnelsystem, das sich über insgesamt 2500 Kilometer erstreckt. Im zweiten Weltkrieg versteckten sich ukrainische Partisanen, die gegen die Deutschen kämpften, in den Tunneln. Ein kleiner Teil der Katakomben kann heute besichtigt werden.

Zum Bummeln und Entspannen laden schließlich die vielen Parks der Stadt ein, sowie die Flaniermeile Deribasowskaja, die von zahllosen Cafés und Restaurants gesäumt ist. Und wenn es im Sommer warm genug ist, ist auch der Strand von Odessa direkt am Schwarzen Meer einen Besuch wert.

Alle Bilder ©Wikimedia Commons

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